Hörakustik heute: natürliche Schallverarbeitung macht dem Gehirn das Hören leichter

Schon minimale Einschränkungen der Hörleistung, die selbst nicht bemerkt werden, können die Anstrengung beim Hören und Verstehen im Alltag deutlich erhöhen und jede Art von Kommunikation mehr oder weniger stark beeinflussen bis belasten. Regelmäßige vorsorgliche Hörtests bei einem Hörakustiker sind daher sinnvoll, auch wenn subjektiv noch keine Veränderungen beim eigenen Hören bemerkbar sind.

Wenn das Zuhören anstrengend wird, ist es höchste Zeit für einen Hörtest. Denn meistens wird die Ursache nicht bei der eigenen Hörleistung vermutet. Bild: FGH

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FGH, 2018 – Es müssen nicht immer typische Symptome wie häufiges Nachfragen oder der laute Fernsehton sein, die auf beginnende Hördefizite hinweisen können. Es gibt viele weitere bemerkenswerte Anzeichen, die auf den ersten Blick gar nicht unbedingt mit dem Hören zusammenhängen. Das sind Konzentrationsschwierigkeiten, vorzeitige Ermüdung und Antriebslosigkeit, für die es aus Sicht der Betroffenen keine konkreten Ursachen gibt. Inzwischen weiß man aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, dass schon minimale Einschränkungen der Hörleistung, die selbst nicht bemerkt werden und auch nicht weh tun, die Anstrengung beim Hören und Verstehen im Alltag deutlich erhöhen können.

Denn die Auswertung des Gehörten findet im Gehirn statt. Die unterschiedlichsten Geräusche und Signale erhalten hier Sinn und Verständnis. Lärm wird von Musik oder Sprache unterschieden und, was für die räumliche Orientierung elementar wichtig ist, die Richtungen einzelner Schallquellen werden erkannt. Fehlerhaftes oder Unvollständiges, wie es täglich gewollt und ungewollt auf unsere Ohren trifft, wird aufgrund von Erfahrungen korrigiert und sinnvoll ergänzt. Besonders bei diesen Vorgängen ist das Gehirn stark gefordert. Wer über einen längeren Zeitraum beispielsweise einem Sprecher zuhört, der sehr leise spricht und immer wieder durch Nebengeräusche gestört wird, kennt die Konzentration, die aufgebracht werden muss, und das Gefühl, wenn dann doch nicht alles verstanden wurde.

Genau diese Anstrengungen beim Hören sind es, die uns bewusst und unbewusst im täglichen Leben bei jeder Art von Kommunikation begleiten und mehr oder weniger stark beeinflussen bis belasten. Beim Auftreten der genannten Symptome ist es daher sinnvoll, die eigene Hörleistung durch einen Hörakustiker abklären zu lassen, auch wenn subjektiv keine Veränderungen beim eigenen Hören bemerkbar sind. Die Technologien moderner Hörsysteme können sehr gezielt und effektiv auf die persönliche Hörsituation eingestellt werden, Abhilfe schaffen und das Wohlbefinden wieder herstellen.

Dafür wurde eine ganze Reihe technischer Eigenschaften entwickelt, die heutige Hörsysteme auszeichnen: So können die beiden Hörgeräte drahtlos miteinander kommunizieren, um die räumliche Verbreitung des Schalls natürlich und effektiv zu verarbeiten. Einige Modelle verbinden sich mit dem Smartphone und nutzen zum Beispiel die Bewegungssensoren für die automatische Situationsanpassung der Hörprogramme.

Eine der wesentlichen Herausforderungen für die Hörakustik sind die komplexen Hörsituationen mit vielen Gesprächspartnern und lebhafter Geräuschkulisse. Die aktuellen audiologischen Strategien setzen hier auf die Erkenntnisse über die Höranstrengung und die Auswertung des Gehörten im Gehirn. Bei der Schallverarbeitung wird dafür der gesamte auditive Raum berücksichtigt, der den Hörsystemträger umgibt. Im Mittelpunkt stehen dominierende Signale (wie zum Beispiel ein Sprecher in unmittelbare Nähe), während gleichzeitig weitere akustische Einflüsse zugelassen werden. Dadurch ist die Konzentration auf ein Gespräch möglich, es kann aber jederzeit auf Geräusche oder andere Gesprächspartner reagiert werden. Diese Orientierung an der natürlichen Schallumgebung unterstützt die Dynamik des Gehirns und mindert die Höranstrengung für die Betroffenen. 

Hörsysteme können bereits zu einem frühen Zeitpunkt für erhebliche Verbesserungen von Kommunikationsfähigkeit und Lebensqualität sorgen. Da viele Menschen mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Höranstrengung leben, diese aber noch nicht ursächlich zugeordnet haben, sollten regelmäßige vorsorgliche Hörtest bei einem Hörakustiker für Menschen ab 50 bis 60 Jahren obligatorisch sein. Als Hörexperten vor Ort stehen allen Interessierten die rund 1.500 FGH Partnerakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören zur Verfügung. Sie bieten das gesamte Leistungsspektrum vom kostenlosen Hörtest über Gehör- und Lärmschutz bis zur Hörsystemanpassung an. Die FGH Partner informieren außerdem über neueste Trends und technische Entwicklungen. Zu erkennen sind sie am Ohrbogen mit dem Punkt. Einen Fachbetrieb in der Nähe findet man unter www.fgh-info.de

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Verwendung und Nachdruck des Textes honorarfrei mit Quellennachweis: "FGH"

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„Hörtest? Ich höre doch gut. Verstehen? Na ja, nicht immer...?“ das kennen viele Menschen: Man hört alles, aber immer wieder gibt es Situationen, in denen man das Gesprochene nicht versteht.

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