Tinnitus - das Rauschen im Ohr

Rauschen im Ohr - Tinnitus hat viele Gesichter. Bei der Komplexität und Vielseitigkeit des Gehörs kann es neben den Schädigungen auch zu Störungen kommen, deren Ursachen nicht immer geklärt werden können.

Bei Tinnitus handelt es sich um ein hartnäckiges Ohrensausen. Diese Geräusche - klingend, pfeifend oder rauschend - werden nicht durch Schallquellen von außen erzeugt. Sie können der Lautstärke von Windrauschen entsprechen oder so laut wie ein knatterndes Moped sein. In der Regel ist das Geräusch nur für die Betroffenen selbst wahrnehmbar. Eine Messung von außen ist kaum möglich.

Auf der Suche nach den Ursachen von Tinnitus stützen sich die Forscher daher nur auf Annahmen und Vermutungen, nicht auf medizinisch belegte Tatsachen. Fest steht aber: Tinnitus ist ein Alarmzeichen des Gehörs.

Als häufigste Ursachen werden Innenohr- und Lärmschäden, Durchblutungsstörungen oder Hörsturz angenommen bzw. festgestellt. Aber auch Halswirbelerkrankungen oder Beschwerden im Zahn-Kiefer-Bereich können Ohrgeräusche hervorrufen. Das breite Spektrum macht deutlich, dass Tinnitus vor allem eines ist: eine Nervensache, die oft mit psychischer Belastung einher geht. Tinnitus wird daher auch nicht als Krankheit, sondern als Symptom bezeichnet, das auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung hinweist.

Zur Heilung von Tinnitus-Patienten werden neben Hörakustikern und HNO-Ärzten auch Psychologen und Neurologen herangezogen, um mit dem Patienten seine Lebenssituation zu analysieren.

Zur Anwendung kommt häufig eine individuelle Therapie. Möglich ist auch der Einsatz eines so genannten Tinnitus-Maskers, eine Art Hörgerät, die den Tinnitus durch Zuspielen eines weiteren Geräusches überlagert und somit aus der Wahrnehmung ausblendet.

Bei Tinnitus-Symptomen geht man heute davon aus, dass Nervenzellen der Hörbahnen im Gehirn von sich aus Impulse aussenden und so Töne oder Geräusche entstehen. Das Gehirn ist in der Lage, solche unwichtigen Geräusche auszublenden. Das macht es ständig, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Wenn die Filterfunktion nicht einwandfrei funktioniert, und diese Geräusche ins Bewusstsein treten, können sie zu einem quälenden Dauerzustand werden, der nicht mehr überhört werden kann.

In vielen Fällen treten die Ohrgeräusche gleichzeitig mit Hörproblemen auf. Dann kann mit der Anpassung von Hörsystemen auch der Tinnitus wieder in den Hintergrund treten. Er wird von der wieder gewonnenen Klangvielfalt des Alltags verdeckt.

Unter dem Sammelbegriff Tinnitus-Retraining-Therapie kommen eine Reihe von Maßnahmen zusammen, die individuell angewendet werden. Retraining bedeutet soviel wie zurücktrainieren oder umlernen. Dabei wird unter anderem an der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gearbeitet mit dem Ziel, die Ohrgeräusche nicht mehr bis zum Bewusstsein vordringen zu lassen. Die Betroffenen lernen, das Pfeifen, Brummen oder Klingeln zu überhören. Bei der Retraining-Therapie arbeiten Ärzte, Psychologen und Hörakustiker eng zusammen, um die Betroffenen zu unterstützen.

Die Tinnitus-Retraining-Therapie bedeutet Beratung und Aufklärung, Abbau tinnitusbedingender Stressreaktionen, Behandlung seelischer Störungen und Geräteversorgung. Für viele Menschen sind die technischen Hilfen eine große Entlastung. Die Behandlung des Tinnitus wird sich allerdings in vielen Fällen nicht allein darauf beschränken.

Weitere Informationen zum Thema Tinnitus finden Sie auch bei der Tinnitus-Liga.

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